The Casting Out Biografie
DER KÖNIG IST TOT, LANG LEBE DER KÖNIG!!„Tot oder im Knast.“ Eigentlich stellt man einem Künstler keine Frage, die diese Antwort provoziert. Weder einem Newcomer noch einem, der seit über 15 Jahren seinen Lebensunterhalt als Sänger in einer Rockband verdient. „Was oder wo wärest du ohne die Musik?“ kann aber auch Wasser auf die Mühlen eines Besessenen sein. Einen Teil dieser Besessenheit lebte Nathan bereits mit seinem „Baby“ Boysetsfire aus. Eine Punkrocklegende mit Hardcore-Background, vier Alben voller Wut, aber auch Lebensfreude. 2007 nicht zerbrochen an ihrer Mission, die Welt zu verändern, sondern an unterschiedlichen Lebensentwürfen.
Nun kommt Besessenheit Teil 2 und hört auf den Namen „Go Crazy! Throw Fireworks!“. Das The Casting Out Debütalbum macht seinem Namen alle Ehre und vor allem Spaß. Nathan Gray ist stolz auf die Evolution. Nicht auf Darwin, sondern auf die seine, die eigene, die persönliche. „Ich bin immer noch ein politischer Mensch und werde es auch immer sein, aber irgendwann war ich an den Punkt gekommen, an dem ich auch einfach mal nur Spaß haben wollte. Auch wenn man sich über die Welt und die ganzen Probleme ständig Gedanken macht, muss man keine schlechte Laune haben. Im Gegenteil, ich finde es wunderbar, wenn man durchaus schwierige Problematiken in zuckersüßen Melodien verpackt. Das vereinfacht den Transport.“
Und die Botschaft kommt an. Das ganze Album ist eine Ode an die Freude, so gibt es zahlreiche lupenreine Skate-Punk-Hymnen wie die erste Singleauskopplung „Quixote’s Last Ride“. Der Track handelt vom berühmtesten aller Windmühlenbekämpfer, der Text ist sein fiktiver Abschiedsbrief, er will nicht mehr. Verzweifelt an sich und der Welt, wie sie ihn sieht. Nathan stellt die berechtigte Frage, wer denn die eigentlich Verrückten sind, die Angepassten oder die Außenseiter.
Ob Gray aber nun über den „Ritter von der traurigen Gestalt“ oder aber über gescheiterte Beziehungen, das triste Leben in der Provinz oder seine zurückliegenden Drogenprobleme singt, in jedem Wort, in jedem Ton steckt Hingabe und Herzblut eines Mittdreißigers, der sich seine Jugend konserviert hat. Ohne Naivität, aber mit Begeisterung betritt er den nächsten Abschnitt seines Lebens, mit einer Band, in der er nur zu Beginn der Boss war, aber in dessen Gefüge er nun „nur noch Sänger und Texter“ sei. Eine Rolle, die ihm liegt. Und die er kann. Auswendig. Der Titel der Platte, aber auch der letzte Song sind Programm: „Dial 9-1... And Wait“. Die ersten beiden Ziffern der Notrufnummer wählen und dann schauen, was passiert. Das Leben ist spannend. Und wird besser durch Platten wie „Go Crazy! Throw Fireworks!“.
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